Serbisch-orthodoxe Gemeinde

Serbisch-orthodoxe Gemeinde

Seit 1970 wurden serbisch-orthodoxe Gottesdienste im Ostkirchlichen Institut Regensburgs gefeiert. Die Gläubigen waren zunächst Mitglieder der Nürnberger Gemeinde. Erst 2001 gründete sich eine eigenständige Regensburger Gemeinde.

Dieser gehören heute in etwa 120 Familien an. Die Kirche St. Nikola in Reinhausen dient seit 2016 als neue liturgische Stätte zur Gottesdienstfeier. Der Gottesdienst wird in serbischer Sprache gefeiert, wobei manche Lieder jedoch einen altkirchenslawischen Text haben. Die Messe findet nicht regelmäßig statt, weil Priester Bojan Simić ebenso die Gemeinden Passau, Burghausen, Landshut und Freising betreut.

Besonderen Wert legt die serbisch-orthodoxe Gemeinde auf die Wahrung der eigenen Traditionen und Bräuche. Ebenfalls sind Integration und kulturelle Vielfalt wichtige Elemente im Glaubensalltag. Das äußert sich unter anderem im Kontakt und im Austausch mit anderen christlichen Regensburger Gemeinden. Priester Simić betont dementsprechend die ökumenische Einheit, die es gilt, in Zukunft noch stärker auszubauen.

Russisch-orthodoxe Gemeinde

Russisch-orthodoxe Gemeinde

Mitten im Stadtpark fällt die denkmalgeschützte Kapelle „Heilige Maria Schutz“ vielen Spaziergängern kaum auf, doch für die russisch-orthodoxe Gemeinde in Regensburg ist sie ein Stück Alltag. Hier finden jeden Sonntag die Gottesdienste statt, zu denen an hohen Festen wie Ostern auch schon einmal 300 Gläubige ihren Weg in die kleine Kirche finden.

Die Gemeinde wurde 1945 gegründet und ist Teil der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland. Diese geht auf Geistliche zurück, die in den 1920er-Jahren vor dem Sowjetregime geflohen waren. Als eigenständig organisierte Kirche steht diese zwar der orthodoxen Kirche in Moskau nahe, ist aber doch unabhängig: Sie hat ihre eigenen Traditionen und ihre eigenen Heiligen.

Obwohl die Regensburger Gemeinde eher klein ist, gehört für Priester Viktor Wdowitschenko die Arbeit in der ACK einfach dazu. „Das ist ganz natürlich“, sagt er. Trotz aller Unterschiede verbinde alle Gemeinden in Regensburg der gemeinsame Glaube an Jesus Christus. Da sei Ökumene etwas Selbstverständliches. Deshalb plädiert er dafür, nicht die Unterschiede, sondern das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen.

Rumänisch-orthodoxe Gemeinde

Rumänisch-orthodoxe Gemeinde

Der Hl. Andreas verbreitete im ersten Jahrhundert die christliche Lehre im heutigen Rumänien.  In religiöser Hinsicht dienten die antike Metropole Byzanz – das heutige Istanbul – und später auch Kiew als Vorbild. Sprachlich orientierte sich die Bevölkerung aber am Latein der Römer. Das macht die rumänisch-orthodoxe Kirche zu einer nicht-slawischen orthodoxen Kirche.

Pfarrer Alexander Câmpeanu gründete 1989 die Regensburger Gemeinde „Hl. Dreifaltigkeit“. Ihr gehören in etwa 600 Gläubige an, die in Regensburg und der weiteren Umgebung wohnen. In der Kirche St. Matthias des Ostkirchlichen Instituts Regensburg finden jeden Samstagabend und Sonntagmorgen Gottesdienste statt.Bei hohen Festtagen gliedert sich häufig die Agape – ein gemeinsames Mahl im Gotteshaus – an die Messe an.

Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde macht es sich zur Aufgabe, ihre Traditionen zu wahren und mit anderen Konfessionen zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, zu einer christlichen Einheit in Deutschland und Europa beizutragen.

Römisch-katholische Kirche

Römisch-katholische Kirche

Die römisch-katholische Kirche bildet mit 1,2 Milliarden Mitgliedern weltweit die größte christliche Glaubensgemeinschaft. Dem Selbstverständnis nach wurde sie von Jesus Christus gegründet (Urkirche) und steht  direkt in dieser Tradition. Die katholische Gemeinschaft begreift sich als Volk Gottes. Die Spitze der römisch-katholischen Kirche bildet der Papst als Bischof von Rom. In der Nachfolge des Apostels Petrus ist er der irdische Stellvertreter Jesu Christi.

Die Gesamtheit der Katholiken ist auf 2.945 Ortskirchen aufgeteilt, der jeweils ein Diözesanbischof vorsteht. Diözesen und Bistümer sind in Dekanate, Gemeinden und Pfarreien aufgeteilt.

Im Bistum Regensburg leben 1,2 Millionen Katholiken. Es gliedert sich in 33 Dekanate, die aus 769 Pfarreien bestehen.

Zentrale Glaubensinhalte der römisch-katholischen Kirche sind die Dreifaltigkeit Gottes, die Heiligenverehrung und die sieben Sakramente. Erst nach Empfangen der Sakramente Taufe, Kommunion und Firmung durch einen geweihten Würdenträger wird man zu einem vollmündigen Mitglied der katholischen Gemeinschaft. Wesentliche Werte, die durch eine katholische Erziehung vermittelt werden, sind Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Achtung vor der Schöpfung Gottes und der Schutz jedes Lebens.

Evangelisch-lutherische Kirche

Evangelisch-lutherische Kirche

Vor 500 Jahren wurde in Deutschland von Martin Luther die Reformation in die Wege geleitet. Durch die Kirchenspaltung entstanden evangelisch-lutherische Kirchen und weitere protestantische Konfessionen.

Wie die meisten Reichsstädte schloss sich auch Regensburg im Gefolge der Augsburger Konfession der Reformation an. Am 15. Oktober 1542 wurde in der Neupfarrkirche der erste öffentliche evangelische Abendmahlsgottesdienst gefeiert. Seitdem sind evangelisch-lutherische Christen – wenn auch in der Diaspora lebend – in Regensburg ansässig und prägen den Alltag in der Stadt mit. So hinterließen 100.000 österreichische Exulanten und andere im 17. Jahrhundert vor der Gegenreformation fliehende Protestanten ihre Spuren. Diese zogen durch Regensburg oder ließen sich hier nieder.

In Regensburg leben gegenwärtig circa 22.000 evangelisch-lutherische Christen, die sich auf sechs Gemeinden verteilen. Eine davon ist die Neupfarrkirche mit 2.100 Mitgliedern.

Neuapostolische Gemeinde

Neuapostolische Gemeinde

Die Gemeinde der Neuapostolischen Kirche in Regensburg zeichnet sich durch ihre Vielzahl an aktiven Gemeindemitgliedern aus. Nicht nur die Gottesdienste am Mittwoch und Sonntag sind gut besucht. Viele bringen sich auch bei gemeinsamen Gruppenaktivitäten ein. Dazu gehören verschiedene Treffen  unterschiedlicher Gruppen, aber auch überregionale Ausflüge.

Großen Wert legt man auf die Musik, die den Gottesdienst begleitet. Sie wird von Gemeindemitgliedern dargeboten und ist Teil der Liturgie wird. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche nennen sich Geschwister. Durch das gemeinsame Glaubensziel entsteht eine geistige Gemeinschaft.

Derzeit entsteht ein neues Kirchengebäude, das bis zu 220 Personen Platz bieten wird. Hier wird für die Gemeinde in Regensburg ein Raum für Gottesdienste, Treffen und Austausch geschaffen.

Mennonitengemeinde

Mennonitengemeinde

Die Mennoniten sind eine evangelische Freikirche und als solche unabhängig vom Staat und dessen finanziellen Mitteln. Sie entwickelten sich aus der Täuferbewegung der Reformationszeit.

Ihr Name geht auf Menno Simons zurück – einen katholischen Priester, der 1536 zu den Täufern konvertierte. Er vereinte pazifistisch gesinnte Täufer – deren Gruppen weit verstreut waren – durch intensive Reise- und Lehrtätigkeit.

Das Vaterunser als wichtigstes Bekenntnis und Verbindung zu allen Christen ist bis heute der Grundpfeiler vieler mennonitischer Gemeinden. Daneben gibt es kein festes Glaubensbekenntnis. Die Bibel ist Antwort auf alle Glaubens-, Lebens- und Gemeindefragen. Jesus Christus gilt als Gründer, Erhalter, Eigentümer, Leiter und Vollender der Gemeinde. Glaube und Leben sind untrennbar verbunden.

Der Gedanke des Pazifismus, der in der Verfolgung und Repression zu Zeiten der Reformation wurzelt, begleitet die mennonitische Praxis. Zentral ist auch der Gedanke des Separatismus: Kirche und Staat müssen getrennt sein, der Eid für den Staatsdienst wird verweigert und der Wehrdienst ebenso.

Freie evangelische Gemeinde

Freie evangelische Gemeinde

Die FeG Regensburg ist eine von 406 freien evangelischen Gemeinden in Deutschland. Ihren Ursprung hat diese Freikirche in Deutschland im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1854 gründet der Kaufmann Hermann Heinrich Grafe die erste Gemeinde in Wuppertal. Als Vorbild diente ihm die „Église libre évangélique“ aus Frankreich.

Ein Grundanliegen war und ist, dass für sie mehr zum Christ-Sein zählt als die bloße Taufe im Säuglingsalter. In eine Kirche sollte man demnach nicht nur aus-, sondern auch eintreten können. Zur Mitgliedschaft in der FeG gehört das bewusste Bekenntnis zu Jesus Christus durch die freiwillige Taufe im Erwachsenenalter.

Die FeG Regensburg zählt circa 50 feste Mitglieder, dazu kommen weitere Freunde und Besucher der Gemeinde, die an den Gottesdiensten teilnehmen. Diese werden wöchentlich im Cinemaxx Kino in Regensburg gefeiert und sind geprägt von Musik, Gesang und der Auslegung von Bibelstellen. Dazu kommen regelmäßige Treffen in unterschiedlichen Kleingruppen und eine ausgeprägte Jugendarbeit.

Freie Christengemeinde

Freie Christengemeinde

Die Freie Christengemeinde (FCG) ist als einzige Gemeinde in Regensburg Teil der  Pfingstbewegung. Diese entstand aufgrund von Gotteserfahrungen Anfang des 20. Jahrhunderts in amerikanischen Gottesdiensten.

Die FCG ist eine protestantische Freikirche und erhebt als solche keine Kirchensteuer. Da die Gemeinde auch keine anderen staatliche Zuschüsse erhält, sind Spenden der Mitglieder zur Finanzierung erwünscht. Mitglied wird man mit der Taufe durch Untertauchen. Dieses Bekenntnis zu Gott erfolgt im Erwachsenenalter.

Gegründet wurde die Regensburger Gemeinde 1978. Jedes Mitglied kann die Gemeinde und ihre Aktivitäten durch Mitarbeit gestalten.

Grundlage für den Glauben der FCG ist die Bibel, gepredigt wird ein einfaches Evangelium. Dies schlägt sich in den Gottesdiensten nieder, die so gehalten sind, dass sie die Menschen ansprechen. Dabei werden sie stark von Musik geprägt.

„Gott erleben | Menschen verbinden | Miteinander wachsen | Regensburg lieben!“ lautet die zentrale Vision der FCG, die sich im Glauben, in der Arbeit der Gemeinde und im Gottesdienst wiederfindet.

Alt-Katholische Gemeinde

Alt-Katholische Gemeinde

1870 entstanden im Streit um zwei Beschlüsse des Ersten Vatikanischen Konzils die Alt-katholischen Kirchen:

Einige Katholiken konnten die Dogmen von der Unfehlbarkeit und obersten Rechtsgewalt des Papstes nicht akzeptieren, da ihnen diese als mit dem alten, katholischen Glauben nicht vereinbar schienen. Deshalb wurden die Anhänger dieser Auffassung Alt-Katholiken genannt. Vor allem in den Niederlanden und in Deutschland entstanden Gemeinden. Die Ökumene spielt im Gründungsdokument der Utrechter Union, die seit 1889 alt-katholische Kirchen verbindet, eine wichtige Rolle.

Im Oktober 1873 feierte Professor Johann Friedrich aus München den ersten Gottesdienst mit den Regensburger Alt-Katholiken in der evangelischen Bruderhauskirche. Im Jahr 1926 erfolgte die Wahl des ersten Kirchenvorstandes und 1939 wurde die Gemeinde Regensburg zur Pfarrei erhoben. Gegenwärtig gehören ihr etwa 170 Mitglieder an. Heute trifft sich die Gemeinde zum Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche.